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Beraterkreis zur Integration von Muslimen gebildet

21. Mai 2008 | Von admin | Kategorien: Frontseite, Nachrichten

Der Niedersächsische Minister für Inneres, Sport und Integration, Uwe Schünemann, hat einen Beraterkreis unter dem Namen “Integration von Muslimen” berufen. Der Minister hob dabei hervor, dass es Aufgabe des Landes wäre, die nicht organisierten Muslime in Niedersachsen wahrzunehmen, da nur 10 Prozent der Muslime in Deutschland von den vier Dachorganisationen vertreten würden. Unter den nicht organisierten Muslimen präferiert Herr Schünemann offensichtlich eine Gruppe ganz besonders:

“Der Minister betonte, dass es eine innen- und integrationspolitische Notwendigkeit ist, mit jenen Kräften des Islams zu sprechen, die bewusst den säkularen Staat respektieren und für diesen eintreten.”

Beraterkreis

Dementsprechend fiel die Auswahl der einberufenen Personen aus, die laut Innenministerium aus den Bereichen Wissenschaft und Journalismus kommen:

  • Dr. Necla Kelek ist Sozialwissenschaftlerin und prominente Islamkritikerin und Beraterin beim Baden-Württembergischen Einbürgerungstest
  • Lamya Kaddor ist Lehrerin für islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen und Islamwissenschaftlerin. Vom Land Niedersachsen ist sie mit der islamdidaktischen Fortbildung der Lehrkräfte des Schulversuchs “Islamischer Religionsunterricht” beauftragt.
  • Dr. Tilman Nagel, Emeritierter Professor für Arabistik und Islamwissenschaft an der Universität Göttingen
  • Dr. Ursula Spuler-Stegemann, Religionswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt “Islam in der Gegenwart”
  • Dr. Dursun Tan ist alevitischer Sozialwissenschaftler, der 2007 zum Thema “Sterben in der Migration” promovierte.
  • Canan Topcu, Journalistin (derzeit tätig bei der FR) mit türkischem Migrationshintergrund

Ergebnisse der ersten Sitzung des Beratergremiums umfassen die Aufstockung des Staatskundeunterrichts innerhalb der Orientierungskurse für Migranten von derzeit 45 auf 100 Stunden, ein Ausbildungsangebot für Imame an einer niedersächsischen Universität, “um Imame mit den Grundlagen des deutschen Zusammenlebens besser vertraut zu machen”, sowie die Neuorientierung des gemeinsamen Schulunterrichts von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Schünemann:

Das Thema Integration muss als zentrale gesellschaftliche Frage eine neue Schwerpunktsetzung im Unterricht erhalten. Wir müssen die Chance nutzen, das Kinder unterschiedlicher Herkunft gemeinsam in diesem Thema unterrichtet werden können.

Weitere Personen, die dem Beraterkreis zugeordnet werden sollen sind Dr. Katajun Amirpur, Dr. Ali Müfit Bahadir, Dr. Andreas Jacobs, Dr. Jamal Malik und Dr. Haci Habbib-Halil Uslucan.

Uwe Schünemann

Trotz einer Besetzung, die offensichtlich orthodox-gläubige Muslime ausschließt, betonte Schünemann, dass es zwischen der Landesregierung und den muslimischen Verbänden sowie einzelnen Vereinen bereits vielfältige Kontakte gebe.

So ist die SCHURA Niedersachsen am Runden Tisch zu Fragen des islamischen Religionsunterrichts vertreten. Darüber hinaus haben wir im vergangenen Jahr das ‘Programm für Dialog und Begegnung’ durchgeführt. DITIB-Imame konnten sich dabei in verschiedene Einrichtungen und Institutionen aus den Bereichen Schule, Jugendpflege und Presse eingehend informieren.

Gleichwohl liegen Informationen vor, nach denen der niedersächsische Innenminister der einzige Minister Niedersachsen sei, der keine konkreten und ernsthaften Kontakte zu muslimischen Vertretern sucht. Die Einladung bekannter muslimischer Vertreter zur deutschen Islamkonferenz durch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte er mehrmals kritisiert und teils die Auflösung der Konferenz gefordert.

siehe auch “Niedersachsens Innenminister möchte „liberale Imame“ ausbilden

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2 comments
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  1. [...] Die im Landesverband der Muslime in Niedersachsen e.V. (Schura Niedersachsen) vertretenen muslimischen Vereine drücken in einem offenen Brief an den niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann ihr Befremden über dessen Vorgehensweise bei der Ernennung eines Beratergremiums. [...]

  2. [...] für die Imam-Ausbildung soll Herr Schünemann laut der “Welt” vom kürzlich gebildeten Beratergremium unterstützt werden. Im Herbst sollen Verhandlungen zwischen der Ditib, dem Ministerium für [...]