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OB Weil zu Besuch in Moschee

1. April 2008 | Von admin | Kategorien: Frontseite, Nachrichten
Oberbürgermeister in der Diskussion mit Muslimen

Am Freitag besuchte der hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil die Jemaat-Nur-Moschee in Linden, um mit Gemeindemitgliedern über ihre Anliegen und Bedürfnisse zu sprechen. Der Besuch ist als Auftakt zu einer Reihe an Besuchen gedacht, die der Oberbürgermeister zusammen mit den Bezirksräten in den Moscheen Hannovers initiieren möchte. Dies sei einerseits Ausdruck von Wertschätzung, er wolle aber auch Kontakte knüpfen für die Integration.

Zunächst wurde der Oberbürgermeister im Versammlungsraum der Moschee empfangen, wo ihm durch den Vereinsvorsitzenden Husameddin Kudu und dem Vereinsmitglied Tuba Işik der Verein vorgestellt wurde.

Angeregte Diskussion im Gebetsraum der Jemaat Nur Moschee

Dann ging es zur Besichtigung in den Gebetsraum. Dort wurde bereits kontrovers über die Möglichkeit der Einrchtung eines muslimisch geprägten Kindergartens diskutiert. Einige muslimische Mütter bemängelten, dass muslimische Kinder und Eltern in städtischen und kirchlichen Kindergärten oftmals nicht mit einbezogen würden und dass deshalb eigene Strukturen geschaffen werden müssten. Eine Trennung von der restlichen Gesellschaft sei aber nicht gewollt.

Während des Besuchs wurden verschiedene Themen vom OB und den anwesenden muslimischen Gemeindemitgliedern erörtert. Dazu gehörten an prominenter Stelle sowohl Integrationsaufgaben, wie auch Bedürfnisse der muslimischen Gemeinde.

Integrationsmaßnahmen

Einvernehmlich wurde das Problem der teils fehlenden Sprachkompetenz zugezogener Ehepartner besprochen, das durch Deutschkurse auch in der Gemeinde gelöst wird und werden sollte. Eine Unterstützung bei der Bereitstellung von Integrationskursen durch die Stadt sei derzeit aussichtsreich, sagte Herr Weil. Wichtig sei, dass man neu Hinzugezogenen die Dringlichkeit des Spracherwerbs nahelegt.

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Weiteres Thema war die von vielen Muslimen gewünschte sarglose Bestattung. Diese sei aufgrund des neuen Niedersächsischen Bestattungsgesetzes (BestattG §11) ausnahmsweise möglich, allerdings müsste die Familie jedes Verstorbenen diese Ausnahme einzeln beantragen. Ob eine pauschale Ausnahmeregelung, die Muslime im Allgemeinen umfasst möglich ist, konnte in der Runde nicht geklärt werden. Um Klärung werde sich der OB bemühen.

Moscheen als Ansprechpartner der Stadt

Herr Weil bekräftigte, dass Moscheen als primärer Ansprechpartner der Stadt gesehen werden und dass seine Besuche in diesem Licht zu sehen sind.

Beim Treffen anwesend waren neben den Gemeindemitgliedern die Lindener Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke und Vertreter verschiedener Stadtteilvereine, sowie Kirchen aus Linden und Mitarbeiter im Rathaus-Büro des Oberbürgermeisters.

Stephan Weil im Gebetsraum

Insgesamt hat eine sehr angenehme Atmosphäre geherrscht und man kann hoffen, dass die Diskussionen auch Früchte tragen werden. Das wird sich spätestens in den nachfolgenden Besuchen zeigen.

Medienreaktionen

Das Medieninteresse am Freitag war sehr hoch. Neben den regionalen Zeitungen HAZ und NP waren auch Fernsehsender (RTL) und ausländische Medien anwesend.

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