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Handlungskonzept “Zwangsehen”

14. März 2007 | Von admin | Kategorien: Nachrichten

Am Dienstag hat die niedersächsische Landesregierung das neu beschlossene Handlungskonzept zur Ächtung und Verhinderung erzwungener Eheschließungen vorgestellt. Das Handlungskonzept sieht den Ausbau vernetzter Hilfsangebote und Schutzeinrichtungen sowie umfassende Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen für die Fachebene, die Schulen und Öffentlichkeit vor.

Dazu erläuterte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann:

Das Handlungskonzept sieht den Ausbau vernetzter Hilfsangebote und Schutzeinrichtungen sowie umfassende Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen für die Fachebene, die Schulen und Öffentlichkeit vor.

Das Handlungskonzept “Zwangsehen” sieht den Ausbau einer landesweiten Vernetzungsstruktur vor. “Wir arbeiten dabei eng mit der Beratungsstelle ‘Suana’ beim Trägerverein Kargah e.V zusammen, der auch die telefonische Krisenberatungsstelle betreut”, erklärte Ross-Luttmann. Die 1980 gegründete Selbsthilfeeinrichtung verfüge über umfangreiche Erfahrungen in der Beratung von Migrantinnen, die von Zwangsverheiratung und Gewalt betroffen sind. In die landesweite Vernetzung würden vor allem die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit von örtlichen Jugendämtern, Ausländer-behörden, Polizei, Gewaltberatungsstellen, Familiengerichten einbezogen, um die Beratungs- und Betreuungsmöglichkeiten für von Zwangsheirat und Zwangsehe Betroffene landesweit zu optimieren.

Partner gesucht

Bei der Umsetzung des Handlungskonzepts sucht die Landesregierung derweil nach Partnern vor Ort. “Deshalb wollen wir aufgeschlossene Vorsitzende oder Leiter von islamischen und anderen religiösen Gemeinden sowie die kommunalen Integrationsbeauftragten an der Informationsarbeit vor Ort aktiv beteiligen”, betonten Ministerpräsident Wulff und Sozialministerin Ross-Luttmann.

Derweil arbeitet die Landesregierung mit dem Verein Kargah e.V. zusammen und unterstützt deren Beratungsstelle “Suana”. Unter der Telefonnummer 0800 – 0667888 bietet der Verein eine vertrauliche, mehrsprachige Beratung an.

Kritik

Die Landtagsfraktion der Grünen halten das von der Landesregierung initiierte Handlungskonzept für nicht hilfreich. “Nicht das fehlende Handlungskonzept ist das Problem, sondern das fehlende eigenständige Aufenthaltsrecht für Frauen”, sagte die migrationspolitische Sprecherin Georgia Langhans. Viele der zwangsverheirateten Frauen hätten bei einer Scheidung einen nicht gesicherten Aufenthaltsstatus.

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